Belanglos, aber aussagekräfitg: Dolendeckel

Signaturen der Stadt

Vittorio Magnago Lampugnani porträtiert die gerne übersehenen Dinge in unseren Städten: Telefonzellen, Laternen und Poller, Laternen, Trottoirs oder Dolendeckel. Sein Buch ist eine vergnügliche Sehschule.

Woran erkennt man eine Stadt? Am charakteristischen Design von Kiosk, Strassenlaterne, Abfalleimer oder Dolendeckel. Auch deshalb erregen diese charakteristischen Objekten die Aufmerksam des Architekturhistorikers Vittorio Magnago Lampugnani. Nun sind die Kolumnen, die der emeritierte Professor für Städtebau den von der Architekturgeschichte gerne übersehenen zweiundzwanzig Porträts gewidmet hat, als Buch erschienen. Zu den «bedeutsamen Belanglosikeiten» gehört der Brunnen und seine Formen in Berlin, Rom oder Paris; aber auch die Poller, Baumscheiben, Abfallkübel oder Bänke. Schliesslich interessiert ihn auch der Belag, das Trottoir oder die Kanaldeckel. Auch sie erzählen nicht nur die Geschichte einer Stadt, sondern sind selber historische Quelle. Lampugnani erzählt ihren Werdegang: von ihrem ersten Auftreten (oft schon in der Antike), ihrer Vernachlässigung (meist im Mittelalter), ihrer neuen Blüte oder ihrem erstmaligen Erscheinen (in der Stadt der Neuzeit) bis hin zu ihrer Verlotterung in der Gegenwart. Damit liefert Lampugnani kenntnisreiche Einblicke und amüsante Anekdoten. Er zeigt auch, was eine Stadt schön, individuell und unverwechselbar macht. Und was auf dem Spiel steht, werden diese Dinge nicht mit der nötigen Sorgfalt entworfen, umgesetzt und in Stand gehalten.

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